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Félicie Diaries #3: Bretonische Südsee


Inseln St. Nicolas und Bananec

Heute sind wir mal als ganz normale Touristen unterwegs und lassen uns bequem vom Ausflugsboot ARMOR in das Südseeparadies der Bretagne schippern. Nur ein paar Schritte von unserem Anlegeplatz im Hafen Concarneau entfernt, startet die Tour auf die Inseln der Glénan. Aus Respekt vor den zahlreichen Klippen, Felsen und Untiefen, die dieses Gebiet prägen, verzichten wir darauf, unsere Félicie diesen Gefahren auszusetzen und wählen den einfachen Weg.

Nach ca. einer Stunde erreichen wir die Hauptinsel St. Nicolas und schauen kritisch zu, wie der junge Kapitän der ARMOR bei starkem ablandigem Wind kräftig in die Vorspring eindampft, um an der Mole anlegen zu können. Gratulation, er hat das Manöver im Griff!

Die Glénan (ohne Mehrzahl s) bestehen aus zahlreichen kleineren und grösseren Inseln, Felsen, Klippen und Sandbänken. Je nach Tidenstand gibt es mehr oder weniger Eilande. Bei Ebbe kann man an gewissen Stellen auch von einer Insel zur anderen wandern. Alle Inseln sind sehr niedrig, mit Ginster oder seltener Flora, wie der Glénan-Narzisse, bewachsen und von kristallklarem, türkisfarbenem Wasser umgeben. Die Glénan sind ein Naturschutzgebiet und es werden viele Anstrengungen unternommen, die Tier- und Pflanzenarten und deren Lebensraum zu erhalten.

Auf St. Nicolas gibt es zwei Restaurants und ein paar wenige Häuser mit Ferienwohnungen. Die berühmteste Einrichtung ist das Wassersportzentrum les Glénans (mit Mehrzahl s), das bereits 1947 als Segelschule gegründet wurde und heute Weltruhm erlangt hat. Viele Segelaspiranten aus ganz Europa kommen extra hierher, um sich zum Profi ausbilden zu lassen. Heute hat’s guten Wind um 5 Beaufort und zahlreiche Windsurfer, Hobbycats, Laser und Kitesurfer kreuzen zwischen den Atollen hin und her.

Trotz vieler Bemühungen zum Erhalt der Naturschönheiten, ist unübersehbar, dass die Inseln stark überlaufen sind. Am heutigen Sonntag liegen gefühlt 100 Boote und mehr zwischen den Inseln und alle halbe Stunde legt wieder ein Touristendampfer an, der 50 bis 100 Leute an Land setzt, die die Strände bevölkern. Zum Glück konzentriert sich der Tourismus insbesondere auf die Hauptinsel. Nur das Wassersportzentrum ist zusätzlich auf ein paar umliegenden Inselchen stationiert. Die weiter aussen im Archipel gelegenen Inseln sind unbewohnt und bieten den zahlreichen Seeschwalben noch ungestörte Nistplätze. Einzig auf "le loc'h" soll es noch eine Bewohnerin geben. Gemäss Sage treibt dort eine Hexe im Brackwasserteich der Insel ihr Unwesen.

Unsere Entscheidung, nicht mit dem eigenen Schiff herzukommen, erscheint uns richtig. Auf den rolligen Ankerplatz inmitten von hundert anderen Booten können wir gerne verzichten. Die ARMOR schippert uns noch einmal rund um das Südseeparadies und stampft danach mit neun Knoten zurück nach Concarneau, wo unsere Félicie schon wie ein ungeduldiges Rösschen an ihren Leinen zieht.



Luftaufnahme eines Teils des Archipels

Es gibt kein Wasser auf den Glénan, aber Bier!!!


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