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Félicie Diaries #6: à l'aise breizh


Mit der bretonischen Leichtigkeit (à l’aise breizh) tue ich mich noch schwer. Meine täglichen Sorgen sind:

  • Stimmen die Wetterprognosen wirklich oder gibt es viel stärkeren Wind oder Nebel oder sogar Gewitter? Oft waren die Bedingungen sogar besser als prognostiziert.

  • Lotsen wir uns sauber durch all die Untiefen, Sandbänke und überspülten Felsen hindurch? Ja!

  • Hat es im Zielhafen genügend Wasser unter dem Kiel, auch bei Ebbe? Nur in Port-la-forêt sassen wir ein wenig im Schlamm.

  • Gibt es noch einen freien Hafenplatz für uns? Bis jetzt ein uneingeschränktes Ja!

  • Gelingt das Anlegemanöver zu zweit? Treiben uns Wind und Strömung ab, bevor ich eine Leine zum Land auslegen kann? Hat bisher immer gut geklappt!

Im Rückblick lösen sich meine Sorgen in Luft auf. Und vielleicht ist ja morgen der Tag, an dem auch ich es schaffe, mir die "l'aise breizh" anzueignen.


Die l’aise breizh zeigt sich bei den Bretonen (und bei allen anderen Franzosen auch!) insbesondere mittags von 12.00 Uhr bis mindestens 14.30 Uhr. In dieser Zeit findet nichts anderes statt als das Mittagessen. Zu Beginn wanderten wir noch durch menschenleere Dörfer und wunderten uns, dass alle Geschäfte geschlossen waren. Wo waren all die Leute? Sie sitzen am Mittagstisch, zu Hause oder im Restaurant. Oder sie legen mit ihrem Motor-, Segelboot oder Dinghy irgendwo in einem Hafen an und geniessen ihr Mahl. So ist es auch in jeder Marina gestattet, zwischen 12.00 Uhr und 15.00 Uhr gratis anzulegen und sich dem Essen zu widmen. Très sympa!


Das Mittagessen ist den Bretonen heilig!

A l'aise breizh ist auch eine Marke. Es gibt viele Geschenkartikel mit dem typischen bretonischen Strichmännchen (oder -Frauchen) zu kaufen. Am meisten sieht man das Strichmännchen als Sticker auf Autos als Sympathiebekundung für die Bretagne.

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