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Passage planning: navigatorische Leckerbissen


In ungefähr 7 Wochen ist es soweit. Wir werden zu unserem Sommertörn aufbrechen, der dieses Jahr von la Rochelle in die Nordbretagne und retour führen soll. Gerne auch mit einem kurzen Abstecher in die Kanalinseln. Jedenfalls wollen wir schön gemütlich segeln und viel Zeit für Ausflüge an Land einplanen, müssen wir doch erst Anfang August wieder im Ausgangshafen sein. Der einzige Fixpunkt ist ein Termin in Brest am 16. und 17. Juli, den wir wahrnehmen und entsprechend einplanen müssen.


Der Törn an der französischen Atlantikküste hoch ist gespickt mit navigatorischen Leckerbissen. Die Gezeitenströme insbesondere an Kaps sind beträchtlich, Gegenwind und grober Seegang die Regel. Das Wetter kann auch im Sommer sehr garstig sein oder zur Abwechslung aus heiterem Himmel mit dichtem Nebel aufwarten.

Eine besondere Herausforderung auf dem Weg nach Brest ist das Kap Pointe du Raz. Wer zur falschen Zeit dort ist, wird das Kap wegen der starken Gegenströmung nicht umrunden können.


Also planen wir die Durchfahrt schon mal im voraus am Laptop. Die beste Option für die Umrundung des Kaps ist eine Nipptide (Tage um den Halbmond), da die Gezeitenströme zu dieser Zeit erheblich schwächer ausfallen. Auch die Richtung des Stroms muss stimmen. Am Pointe du Raz schiebt der Flutstrom nordwärts, in die für uns günstige Richtung. Obschon ein starker Strom unsere Fahrt kräftig unterstützen würde, ist er in diesem Fall zu meiden, da mit ziemlicher Sicherheit Wind aus nördlichen Richtungen gegen Strom steht und einen sehr turbulenten Seegang erzeugt. Ein Zeitpunkt nahe Stillwasser (fast stehendes Wasser bei Umkehr des Tidenstroms) ist optimal. Ist dieser Zeitpunkt berechnet, müssen wir es nur noch schaffen, zur besagten Zeit am besagten Ort zu sein. Ah ja … und das Wetter sollte dann auch noch mitspielen.....


Dieser Ausschnitt aus dem Strömungsatlas zeigt in dicken Pfeilen an, wie stark die Strömung am Kap ist. Vier Stunden vor Hochwasser in Brest kann es da schon mal 6 Knoten Strom haben.













Dann doch lieber eine Umrundung eine Stunde vor Hochwasser in Brest: Die Stromstärke beträgt nur noch zwischen 1 und 1.3 Knoten, bevor der Ebbstrom nach Hochwasser Richtung Süden kippt.

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